Civitates Orbis Terrarum (1582) – Ein Meisterwerk der Städteansichtskunst
Bei diesem Werk handelt es sich um die berühmteste und umfangreichste Sammlung von Städteansichten des 16. Jahrhunderts. Unter dem Titel “Beschreibung und Contrafactur der vornembster Stät der Welt” – oder in der lateinischen Originalbezeichnung Civitates Orbis Terrarum – wurden realistische Stadtansichten aus der gesamten damals bekannten Welt zusammengetragen.
Das monumentale Werk, das zwischen 1574 und 1618 entstand, wurde von Georg Braun (Theologe) und Franz Hogenberg (Kupferstecher) geschaffen und besteht aus sechs prachtvollen Bänden mit insgesamt über 600 Stadtansichten und -plänen auf rund 1.600 Seiten.
Ein Wissensschatz in sechs Bänden
Die Civitates Orbis Terrarum war weit mehr als nur eine kartografische Sammlung. Sie bot eine visuelle Enzyklopädie städtischer Kultur der Frühen Neuzeit und wurde bald zu einem der einflussreichsten Werke ihrer Zeit. Die Stadtansichten stammen aus Europa, Asien, Afrika und Amerika und zeigen viele Orte noch vor ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg.
Jede Darstellung wurde sorgfältig koloriert, reich verziert und oft mit erläuternden Texten von Georg Braun in deutscher Sprache versehen, die auf die Wirtschaft, Geschichte und Geografie der Städte eingehen.
Lebendige Stadtporträts und kulturelle Einblicke
Besonders eindrucksvoll ist, dass die Stadtpläne nicht nur architektonische Strukturen zeigen, sondern auch von Landschaften, Trachten, Stadtwappen, Fuhrwerken, Schiffen und lokalen Bräuchen eingerahmt sind. So entsteht ein lebendiges Bild vom damaligen Leben – eine Verbindung von kartografischer Präzision und ethnografischer Beobachtung.
Historische Bedeutung und Einfluss
Schon zu Lebzeiten der Autoren war das Werk in höheren gesellschaftlichen Kreisen äußerst gefragt. Es wurde zum Vorbild für zahlreiche spätere Werke – darunter auch die berühmte Topographia Germaniae von Matthäus Merian, die erst fast 50 Jahre später erschien.
Neuauflage durch den Verlag Müller & Schindler
Die heutige Faksimile-Ausgabe basiert auf dem Original im Format 28,0 × 41,0 cm. Der Einband wurde mit feinstem Rindsleder gefertigt und ist auf Vorder- und Rückseite sowie am Buchrücken reich vergoldet. Zudem wurde ein Rundumgoldschnitt umgesetzt – eine Hommage an das historische Original.
Kartenauswahl der Ausgabe von 1582 (Auszug):
Norwich, Bristol, Chester, Edinburgh, Orléans (Aurelia), Rouen (Rhotomagus), Grenoble, Leuven (Lovanium), Mechelen, Maastricht (Traiectum ad Mosam), Luxemburg, Nijmegen, Lille, Douai, Namur, Deventer, Zürich (Tigurum), Landshut, Passau (Patavia), Salzburg, Trient (Tridentum), Verona, Vilnius (Vilna Litauniae) u. v. m.
Insgesamt umfasst das Werk 59 detaillierte Karten in dieser Ausgabe – ein beeindruckendes Panorama der Städtewelt des 16. Jahrhunderts.


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