Das Da Costa-Stundenbuch – Meisterwerk der Buchmalerei von Simon Bening
Mit 121 leuchtenden Miniaturen zählt das Da Costa-Stundenbuch zu den bedeutendsten Werken der flämischen Buchmalerei. Es stammt aus der Hand Simon Benings (ca. 1483–1561), einem der größten Buchkünstler Europas. Bereits frühe Szenen wie die Darstellung bäuerlichen Lebens oder die feinfühlige Ausmalung biblischer Erzählungen zeigen Benings außergewöhnliche Kunstfertigkeit.
Die Gent-Brügger Malschule, mit Meistern wie Horenbout und David, erreichte mit Bening ihren Höhepunkt – und zugleich ihren Abschluss. Das Stundenbuch ist sein wohl bedeutendstes Frühwerk, das sowohl auf ältere Traditionen zurückgreift als auch neue kompositorische Wege geht.
Simon Bening, Sohn des Buchmalers Alexander Bening, wurde 1508 in die Gilde aufgenommen und stieg bis 1525 zum gefragtesten Illuminator Europas auf. Hochrangige Auftraggeber wie Kardinal Albrecht von Brandenburg oder König Manuel I. zählten zu seiner Kundschaft.
Das Da Costa-Stundenbuch besticht durch seine ikonografische Vielfalt: Zwei Passionszyklen, doppelte Evangelistendarstellungen und fein abgestimmte Kompositionen zeugen von Benings Innovationskraft. Besonders hervorzuheben sind die Kalenderminiaturen, die in Tiefe und Atmosphäre unübertroffen sind – etwa das Monatsbild September mit seinem scheinbar endlosen Tal.
Die Handschrift wurde um 1515 für einen spanisch-portugiesischen Auftraggeber geschaffen und blieb vier Jahrhunderte im Besitz der Familie Da Costa, die sie von König Manuel I. erhalten hatte. Später gelangte sie über den Antiquar Quaritch und Sammler George C. Thomas in die berühmte Morgan Library in New York.




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