Der Gero-Codex gehört zu den ältesten und bedeutendsten Werken der Reichenauer Buchmalerei. Die kostbare Handschrift entstand um das Jahr 969 im Skriptorium der Abtei auf der Reichenau Island. Sie wurde vom Mönch und Schreiber Anno im Auftrag des Kölner Erzbischofs Gero of Cologne geschaffen, der in zwei Widmungsbildern dargestellt ist.
Der Codex besteht aus 176 Pergamentblättern und ist reich ausgestattet: Er enthält 24 kunstvolle Miniaturen, prächtige Purpurseiten mit Goldschrift sowie zahlreiche Initialen in Gold und Silber. Damit zeigt die Handschrift eindrucksvoll den Übergang von der karolingischen zur ottonischen Buchkunst und zählt zu den wichtigsten Beispielen ottonischer Buchmalerei.
Die Darstellungen der vier Evangelisten und der thronende Christus (Maiestas Domini) erinnern an das ältere Lorscher Evangeliar, wirken jedoch klarer und monumentaler. Vermutlich war der Codex ursprünglich für den liturgischen Gebrauch im Cologne Cathedral bestimmt.
Im 18. Jahrhundert verschwand die Handschrift aus den Kölner Beständen und tauchte später im Kloster Wedinghausen wieder auf. Im Jahr 1803 erwarb Louis I, Grand Duke of Hesse den Codex für seine Darmstädter Hofbibliothek. Heute wird das bedeutende Werk in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt aufbewahrt und gehört zum Weltdokumentenerbe UNESCO Memory of the World der UNESCO.







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