Der zwischen 1430 und 1449 entstandene Codex ist Teil einer Sammlung von 216 Handschriften, welche die Familie Redi im Jahr 1820 der Laurentianischen Bibliothek in Florenz vermachte. Er enthält ein reiches Repertoire an Pflanzen, das etwa 90 verschiedene botanische Arten umfasst, die jeweils mit einem Aquarell illustriert sind. Menschliche und tierische Figuren, die jede Pflanze begleiten und manchmal auch als ihre Wurzeln dienen, sind oft beigefügt, um die Beschwerden zu demonstrieren, für die die Pflanze verwendet werden könnte. Außerdem enthält das Werk zahlreiche fantastische und allegorische Figuren wie Zentauren, Engel und Dämonen. Die Aquarelle sind das Werk eines unbekannten Künstlers, der jedoch eine bemerkenswerte Fähigkeit besaß, die verschiedenen Beschwerden, gegen die Pflanzen eingesetzt werden können, auf realistische Weise darzustellen.
Praktische und mystische Ratschläge für die Behandlung
Die in sauberer gotischer Schrift verfassten italienischen Textpassagen enthalten Anleitungen für den Anbau und die Verwendung dieser Pflanzen. So werden der Standort, die Art des Bodens und die richtige Jahreszeit für die Anzucht und Ernte jeder Pflanze angegeben, ebenso wie Anweisungen, wie sie zubereitet und mit Wein, tierischen Fetten, Ölen, Honig oder Rosenwasser gemischt werden sollen. Außerdem wird jeder Pflanze eine Tugend zugeschrieben, und es werden auch astrologische Überlegungen angestellt, da die Sterne bestimmen, wann die Behandlungen am wirksamsten sind oder wann sie besser aufgeschoben werden sollten. Dies gilt insbesondere für den Aderlass, da man glaubte, der Mond habe eine ähnliche Wirkung auf den menschlichen Blutfluss wie die Gezeiten.






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