Zwischen den Jahren 1574 und 1618 schufen der flämische Kupferstecher Franz Hogenberg (1535–1590) und der Kölner Theologe Georg Braun (1541–1622) eines der bedeutendsten Werke der frühneuzeitlichen Kartografie und Buchkunst: das sechsbändige Monumentalwerk Civitatis Orbis Terrarum – „Städte der Welt“. Es handelt sich dabei um eine außergewöhnliche Sammlung von Stadtansichten und -plänen, die einen einzigartigen Einblick in die urbane Welt des 16. Jahrhunderts gewährt.
Ausgewählt wurden insgesamt 90 sorgfältig gestaltete Stadtansichten, die nicht nur geografische Informationen vermitteln, sondern auch das kulturelle und wirtschaftliche Leben jener Zeit eindrucksvoll visualisieren. Mit ihrem Werk setzten Braun und Hogenberg neue Maßstäbe in der Darstellung städtischer Räume. Es wurde über ein Jahrhundert hinweg als Vorbild, Quelle und Inspirationsreservoir für zahlreiche nachfolgende Publikationen genutzt.
Die Illustrationen bestechen durch ihre außerordentliche Genauigkeit und künstlerische Qualität. Hogenbergs Darstellungen wirken bis heute lebendig – sie zeigen Straßen, Plätze, Gebäude und ganze Stadtlandschaften in beeindruckender Perspektive und mit viel Gespür für Details. So öffnen sie ein Fenster in die mittelalterlich geprägte Stadtwelt von Europa, aber auch von Afrika, Asien und sogar den frühen Siedlungen Amerikas.
Die vorliegende Faksimile-Ausgabe basiert auf der originalen Ausgabe von 1574 und wurde mit größter Sorgfalt reproduziert, um das historische Erscheinungsbild und die visuelle Wirkung des Originals möglichst authentisch zu bewahren. Damit wird dieses Meisterwerk der Renaissance einem heutigen Publikum erneut zugänglich gemacht – als faszinierendes Zeugnis einer Zeit, in der das Wissen über die Welt rasant wuchs und kartografisch erfasst wurde.




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